Der Mensch ist manchmal ein eigenartiges Tier, sobald er sich einen Hund zulegt, verlangt er von dem mehr, als er sich selbst abverlangt. In den meißten Ratgebern findet sich die Faustregel, dass der Hund dann nicht zu dick sei, wenn die Rippen fühlbar aber nicht auffällig sichtbar seien. Sind sie das nicht mehr, heißt das Diätfutter kaufen, oder rationieren. Klar, dass Hunde ebenso wie Menschen nicht von einer ordentlichen Wampe profitieren, aber ich würde meinen Hausarzt auslachen, wenn er ein ähnliches Schlankheitsideal von mir verlangen würde.
Natürlich müssen Hunde immer hören, und Fehler machen ist wirklich nicht erlaubt - so konsequent sollten mal die Eltern der kleinen Plagen sein, die hier immer Fußball gegen die Hauswände spielen
Im Spiegel findet sich aktuell ein schöner Artikel über einen blinden Hund, deren Besitzerin immer wieder zu hören bekommt, dass er eingeschläfert werden sollte. Allerdings ist Balou Begleithund und kommt somit mehr als gut zurecht, und ganz ehrlich, wer einmal mit Hunden zu tun hatte, weiss, dass ihre Augen nicht die Sinnesorgane sind, die unersetzbar wären.
Ich würde viele Hundebesitzer gerne bitten, die Ideologie aus der Hundehaltung zu verbannen. Der domestizierte Hunde ist weder dem Wolf sehr ähnlich (und sollte ähnlich ernährt/erzogen werden, wie im Rudel), das zeigt sich schon in einem bildlichen Vergleich Wolf vs. Pudel.
Mein Golden Retriever kann auch ebenso wenig zu allen fremden Hunden geschickt werden, mit dem lauten Ruf: “Der tut nichts!”, bei aller Liebe, von der Sympathie zwischen Hunden verstehen Menschen noch weniger, als von der zwischen Menschen.
Noch muss der Hund ununterbrochen an den Besitzer herangezogen werden, bis er Streicheln höchstens noch als Strafe empfinden kann.
Statt sich also immer extrem zu entscheiden, glaube ich, dass Hundebesitzer besser mit ein wenig Verständnis zum Ziel des treuen Begleiters kommen. Einfach mal mit dem Hund denken, und nicht voraussetzen, dass wir so verdammt schlau wären.
Recent Comments