SuSe 10.2 - Linux läuft …

Linux, Suse 3 Comments »

Nun bin ich durchaus kritisch, wenn sich Novell mit Microsoft gemeinsam um Kompatibilität und neue Produkte in Windows und Linux bemühen will. Die Vergangenheit hat aus solchen Bemühungen oft nur eins gemacht, Windows. Schon deshalb habe ich Opensuse 10.2 bisher links liegen gelassen. Des weiteren war die Version 10.0 zumindest auf den mir zur Verfügung stehenden Systemen bestenfalls als “buggy” zu bezeichnen.

“I’ll be back”

Für meinen Desktop und Suse gilt das ebenso, wie für den Terminator in Arnis besseren Zeiten. Ich habe mir die DVD-Variante heruntergeladen (KLICK!) und erst einmal auf meinem Notebook installiert. Ein System, auf dem bisher keine Distribution ohne Feintuning lief. Folgendes war zu tun:

  1. Intel Centrino Notebook von ASUS, also W-LAN und Bluetooth zum laufen bekommen
  2. ATI X700 Grafikkarte (ich bestehe auf korrekter Nutzung mit 3d-Unterstützung)
  3. Anbindung an meinen Netzwerk Farblaser (Samsung)
  4. Nutzung meines Ipods
  5. Übliche Plugins für Firefox (Flash/Mpeg/Quicktime/WMF)
  6. Nutzung von DAAP-Shares

Ich lege also die DVD ein, wähle Gnome, und ansonsten die Standardeinstellungen. Nach einiger Installationszeit (etwa 40 Minuten) werde ich nach Zugangsdaten für mein W-LAN-Netzwerk gefragt (WPA geht out-of-the-box), das System fragt die neuesten Updates ab und startet erstmals.

Fast komplett richtig eingerichtet

Vernachlässigen wir die verschiedenen rechtlichen Schwierigkeiten, die MP3-Unterstützung und ähnliches nicht direkt in der Installation zulassen, hat Novell alles richtig gemacht. Das System startet mit 3d-Unterstützung, ist mit dem Internet verbunden und deutlich aufgeräumter als jede mir bisher bekannte Linux-Distribution.

Suse 10.2 @ work

Unter Computer findet man die häufig genutzten Funktionen, alle Konfigurationen binden sich in das Kontrollcenter von Gnome ein. Ein Klick auf weitere Anwendungen eröffnet eine Liste der Programme. Vom Projekt-Planer, über das Office-Paket bis verschiedenster Zeichen- und Bildbearbeitungen ist alles dabei. Beagle (Suchprogramm ähnlich Googles Desktop, nur lokal) ist jetzt sinnvoll überall integriert und es fällt wirklich extrem leicht alles zu finden.

Die notwendigen Dateien für DAAP und den Ipod lassen sich über Yast sehr schnell nachinstallieren. Für Multimediaformate und Plugins habe ich mir - wie in der Online-Dokumentation von Opensuse beschrieben - die Packman Repositories als zusätzliche Installationsquelle eingebunden. So war hier alles grafisch mit wenigen Klicks nachinstallierbar.

Das System macht einen flotten und vor allem sehr stabilen Eindruck.

Meinen Drucker muss ich Samsung-typisch mit einem Originaltreiber des Herstellers nachinstallieren. Eine grafische Installationsroutine die in dieser Distribution erstmals ohne Haken funktioniert.

XGL einfach mal testen

Jede Linux-Distribution bietet XGL, also den aktuellen 3d-Effektkasten an. In der Regel wird dieser durch Manipulation einiger Konfigurationsdateien (bei vorliegen passender Hardware) eingeschaltet. Bei Opensuse 10.2 durfte ich mit einem Klick im Kontrollcenter erfahren, dass die Hardware passt und ich es einschalten kann. Klick. Und das schöne, es funktioniert einwandfrei, saugt dabei natürlich ordentlich am Akku, aber sieht schön aus.

Alles läuft, sieht schick aus, und für Anwender ist alles dabei, was man sich wünschen kann. F-Spot organisiert Fotos fulminant, Beagle findet alles und Banshee ersetzt mir Itunes perfekt, sogar mit Artwork und Multimediatasten. Leute, was hält euch jetzt noch …

Mein Desktop

wurde natürlich auch in den Test einbezogen. Allesläuft sehr ähnlich, nur den Grafikkartentreiber mußte ich gemäß der angezeigten Anleitung vom Opensuse-Team (mit Bemühung der Konsole) nachinstallieren. Ansonsten alles perfekt und schnell. Da liegen Welten zwischen 10.1 und 10.2.

Sogar meinen EPSON-Scanner, der zwar Linux-tauglich, aber doch ein Epkowa-Paket des Herstellers benötigt funktioniert mit einigen wenigen Klicks. Alle Treiber und Firmwares hat das System bereits mit dabei.

Fazit

Es ist schwerig nach wenigen Tagen sicher zu sein, aber das hier scheint für mich erstmal die neue Richtschnur für weitere Distributionen zu werden. Die komplette Hardware einfach mal so zu benutzen, ist für mich, der immer irgendwie zwischen Linux und Windows hängt eine große Erleichterung. Zwar habe ich es immer geschafft, alle Firmwares und Treiber einzuspielen, aber das nervt. Also kann ich noch besser mit Linux arbeiten, Windows bleibt erstmal nur für Spiele.

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