Keine Strafe ohne Schuld,
wer verd?chtig erscheint ist bald schon schuldig.
Keine Folter in Deutschland,
Foltern andere, wir sind bald einverstanden.
Ich habe den Eindruck, wir werden moralisch erb?rmlich.
Schade drum. Oder wie immer?
Es bewahrheitet sich: “Freiheit stirbt mit Sicherheit!”.
Und wir tappen in die Terrorfalle.
Es ist doch so, dass ein Terrorist
eher unauff?llig ist, und es daher unsinn ist, die
Auff?lligen wegzusperren.
Eher die Unauff?lligen.
Schlechte Nachrichten f?r den Gro?teil unserer
Mitb?rger.
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“Von Tag zu Tag den Widerspruch vollbringen: Wir haben Angst und m?ssen mutig sein.”
Hanns Dieter H?sch, “Den m?chte ich sehn …”. 1978, K?ln.
Diese Nachricht hat mich getroffen, dass der gro?e Mann der kleinen Lebensweisheiten jetzt nicht mehr da sein soll. Vor einigen Jahren, nach seinem offiziellen R?cktritt von der B?hne, hat er endlich seine Traumrolle bekommen und f?r des Meister Shakespeares K?nig Lear geprobt. Es war eine grausame Wendung des Schicksals, das er gerade mitten in den Proben einen Schlaganfall erlitt und seinen Traum nicht mehr zu Ende f?hren konnte.
Er hat mich auf jeden Fall durch viele Jahre begleitet und mich oft zum nachdenken gebracht. Ob es sein geniales M?rchen vom Planeten Terra war, der stolz durch den ?ther marschierte, um alle in die Tasche zu stecken und dabei schlie?lich alles hergab um den Frieden zu finden, oder eine Horde abendl?ndischer Eierk?pfe, die sich um das Fr?hst?cksei streiten. Banalit?ten stritten sich immer mit den tiefen Fragen, und waren bei deren L?sung oft n?her dran, als so manche philosophische Hintertreppe.
Er war Christ und glaubte an Gott, ohne gro?es Vertrauen in die Kirche, so w?nsche ich ihm, dass seine W?nsche jetzt erf?llt werden k?nnen.
“[...] Gott, wieviel Jahre tr?ume ich schon
den gleichen Traum vom gleichen Stoff
von Bruder und Schwester, Vater und Sohn
und einer davon hei?t Schretzmeier
und ein andrer Oberhof
Und alle reden und trinken
essen und denken
nach Herzenslust und Gel?sten
mit Ausnahme der Faschisten. [...]”
Hanns Dieter H?sch, “Den m?chte ich sehn …”. 1978, K?ln.

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