Der Film kam vor ein paar Jahren in die Kinos (Klick) und hat mich eigentlich nur wegen Audrey Tautou ins Kino gelockt, meine Erwartungen aber bei weitem ?bertroffen.
“Am Samstag, den 6. Januar 1917 wurden f?nf zum Tode verurteilte Soldaten an die Somme Front gebracht. Der erste, einst abenteuerlustig und fr?hlich trug um seinen Hals die Erkennungsmarke Nr 2124 eines Rekrutierungsb?ros an der Seine. Seine Stiefel hatte er einem deutschen abgenommen. Vor seinem Leben als 2124 war Bastoche in eine h?bsche rootharige verschossen …”
Es ist interessant, wie verschieden Filme in unterschiedlichen L?ndern gelingen oder angelegt sind. Liebe und Sex sind zum Beispiel in Deutschland oftmals als ohnm?chtige Geilheit, in Amerika andererseits als das rie??ge Gef?hle dargestellt. In Mathilde gelingt es Jean-Pierre Jeunet wieder einmal, den Eindruck zu vermitteln, er habe einfach die Kamera auf etwas echtes, einfaches und daher so gro?artiges halten k?nnen.
Im Original hei?t der Film in etwa “Die lange Verlobung”, der Film wurde also schon im deutschen Titel auf die Hauptfigur ( und -darstellerin Tautou) konzentriert. Mathilde ein M?dchen aus der franz?sischen Provinz ist verliebt, in Manech, der an die Front abkommandiert wird und dort zum Tode verurteilt wird. Der einzige Weg aus dem Alptraum war f?r viele die Selbstzerst?mmelung, die aber leider nicht nach Hause, sondern zum Todesurteil f?hrte. Manech ist zu dieser Zeit schon wahnsinnig geworden, ruhig, in sich gezogen, aber der Realtit?t weit entr?ckt. Er freut sich, dass die Hinrichtung bald sein wird, und er danach zu seiner Verlobten zur?ck darf. Die Verurteilten sollen zwischen die Fronten getrieben werden.
Manec ist vermi?t, und Mathilde erh?lt schlie?lich die Information, dass er zu einem Frontlager zur Exekution gebracht wurde. Sie aber, die durch eine Kinderl?hmung (gegen die nicht einmal Aufg?sse aus vierbl?ttrigen Kleebl?ttern geholfen haben) ein Bein nachzieht, gibt ihn nicht auf, solange keiner berichten kann, den Toten mit eigenen Augen gesehen zu haben. Eine Suche durch die Vergangenheit und die Geschehnisse in diesem wahnisnnigen Weltkrieg beginnt. Figuren werden gezeichnet und ich glaube nur Jeunet schafft es so viele Figuren detailiert einzuf?hren, dass man sie wirklich kennt und nicht den ?berblick verliert. Seien es Mathilde, die Hure des Korsen, oder der Marder.
Es gibt ein gleichnamiges Buch auf dem der Film basiert und das - wie ?blich - inhaltlich andere Schwerpunkte setzt. Trotzdem ist die Filmgeschichte gut aus dem Buch exzerpiert. Eine neue, faszinierende, spannende Geschichte mit wundersch?nen Bildern ist herausgekommen. Viel Spass, beim schauen, und wer nicht genug bekommt, das Buch ist sehr lesenswert.
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